Gründerjahre
Der Verein wurde am 1. August 1900 gegründet. 1919 wurde die Sportanlage „De Kull“, das spätere Bökelbergstadion, als “Westdeutsches Stadion” eingeweiht. Während des zweiten Weltkrieges wurde der Verein zu einer Fusion mit dem Sport-Club 1894 e.V., dem späteren 1.FC Mönchengladbach 1894 e.V. Mönchengladbacher FC 94 gezwungen, die nach dem Krieg wieder aufgehoben wurde.
Erste Erfolge, die 1960er
Am 24. August 1960 gewann die Borussia den DFB-Pokal mit einem 3:2-Sieg gegen den Karlsruher SC. Die Spieler, die den ersten nationalen Titel holten: G. Jansen, Pfeiffer, de Lange, A. Jansen, Göbbels, Frontzeck, Brungs, Brülls (1), Kohn (1), Mülhausen (1), Fendel.
1965 folgte dann am 26. Juni der Aufstieg in die Bundesliga. Die Borussia gewann die Aufstiegsrunde, nachdem sie Erster in der Regionalliga West wurde. Der andere Aufsteiger war der FC Bayern München.
Die goldenen 1970er
Borussia wurde am 3. Mai 1970 zum ersten Mal Deutscher Fußballmeister. In der folgenden Saison folgte der Pfostenbruch: Bei der Bundesligapartie Mönchengladbach gegen den SV Werder Bremen am 3. April 1971 brach nach einer Strafraumszene kurz vor Ende des Spiels, bei der Gladbachstürmer Herbert Laumen ins Netz stürzte, das Torgehäuse in sich zusammen. Da kein Ersatz beschafft werden konnte, wurde das Spiel abgebrochen und als Sieg für Bremen gewertet. Vier Wochen später, am 5. Juni 1971, verteidigte die Borussia als erste Mannschaft in der Geschichte der Bundesliga ihren Meistertitel erfolgreich.
In der nächsten Saison ging es kurios weiter: Am 20. Oktober 1971 fand im Europapokal der Landesmeister das berühmte Büchsenwurfspiel gegen Inter Mailand statt. Mönchengladbach gewann zwar 7:1, das Spiel wurde aber später von der UEFA annulliert, da der italienische Stürmer Roberto Boninsegna von einer Büchse, geworfen von einem Zuschauer, getroffen wurde und theatralisch zu Boden fiel. Nach einem 2:4 in Mailand und einem 0:0 im Wiederholungsspiel in Berlin schied Borussia Mönchengladbach aus.
Die erste internationale Endspielteilnahme bahnte sich am 9. Mai 1973 an. Das erste Endspiel im UEFA-Pokal, FC Liverpool gegen Borussia Mönchengladbach wurde wegen Regens abgebrochen. Am 10. Mai 1973 folgte das zweite erste Endspiel im UEFA-Pokal. Der FC Liverpool gewann mit 3:0. Die Spieler: Kleff, Netzer, Vogts, Bonhof, Michallik, Danner, Wimmer, Kulik, Jensen, Rupp (82. Simonsen), Heynckes.
Das zweite Endspiel im UEFA-Pokal (23. Mai 1973) gewann Borussia Mönchengladbach gegen den FC Liverpool zwar mit 2:0, der Pokal ging jedoch nach Liverpool. Die Spieler: Kleff, Bonhof, Surau, Vogts, Danner, Netzer, Kulik, Wimmer, Jensen, Rupp, Heynckes (beide Tore). Die Saison endete noch mit einem Titelgewinn: Am 23. Juni 1973 gewann die Borussia zum zweiten Mal den DFB-Pokal. Mönchengladbach gewann gegen den 1. FC Köln mit 2:1 nach Verlängerung. Torschütze des Siegtreffers war Günter Netzer, der sich in diesem Spiel nach der regulären Spielzeit selbst einwechselte. Netzer verließ anschließend den Verein Richtung Real Madrid. Die Spieler: Wolfgang Kleff, Rainer Bonhof, Heinz Michallik, Berti Vogts, Klaus-Dieter Sieloff, Dietmar Danner, Henning Jensen, Herbert Wimmer, Bernd Rupp (Uli Stielike), Christian Kulik (Günter Netzer), Jupp Heynckes.
Das nächste internationale Endspiel mit Mönchengladbacher Beteiligung fand am 7. Mai 1975 statt. Das Hinspiel, um den UEFA-Pokal, in Düsseldorf zwischen Borussia Mönchengladbach und FC Twente Enschede endete 0:0. Die Spieler: Kleff, Vogts, Surau, Wittkamp, Bonhof, Stielike, Wimmer, Danner (75. Del’Haye), Simonsen, Jensen, Kulik (78. Schäffer).
Das Rückspiel am 21. Mai 1975 bei Twente Enschede gewann der VfL mit 5:1! Damit gewann die Borussia zum ersten Mal den UEFA-Pokal und den ersten internationalen Titel. Die Spieler: Kleff, Vogts, Surau (13. Schäffer), Wittkamp, Bonhof, Klinkhammer, Simonsen (2), Wimmer (75. Köppel), Jensen, Danner, Heynckes (3).
Drei Wochen später (14. Juni 1975) folgte der dritte Meistertitel. Trainer Hennes Weisweiler verließ nach elf Jahren den Verein, Nachfolger wurde Udo Lattek.
Am 3. März 1976 (Aschermittwoch) kam es zum nächsten denkwürdigen internationalen Auftritt der Borussia. Im Europapokal der Landesmeister spielte Borussia Mönchengladbach gegen Real Madrid (mit Netzer und Paul Breitner) 2:2. Beim Rückspiel (17. März 1976), das 1:1 endete, erkannte der Schiedsrichter Leonardus van der Kroft zwei Gladbacher Tore nicht an: In der 68. Minute einen Treffer von Henning Jensen und in der 83. Minute von Jürgen Wittkamp. Das Unentschieden reichte nicht zum Weiterkommen.
Am Saisonende (12. Juni 1976) gewann Mönchengladbach den vierten Meistertitel. Einen neuen Titel gab es am 8. Januar 1977. Spiel um dem Super-Cup in Hamburg: Borussia Mönchengladbach (Meister) gegen den Hamburger SV (Pokalsieger). Das Spiel - das auf auf einer Absprache zwischen den beiden Clubs beruht, also keinen offiziellen Wettbewerb des DFB darstellt - endete 3:2 für Mönchengladbach.
Ende der Saison kam es zum Hattrick. Die Borussia gewann zum dritten Mal hintereinander (21. Mai 1977) und zum fünften Mal insgesamt den Deutschen Meistertitel. Das Endspiel im Europapokal der Landesmeister in Rom (25. Mai 1977) zwischen dem FC Liverpool und Borussia Mönchengladbach endete 3:1. Die Spieler: Kneib, Vogts, Wittkamp, Schäffer, Klinkhammer, Bonhof, Wohlers (79. Hannes), Stielike, Wimmer (24. Kulik), Simonsen (1), Heynckes.
In der Folgesaison (29. April 1978) wurde der vierte Meistertitel hintereinander nur knapp verpasst. Punktgleich mit dem 1. FC Köln muss sich die Borussia nur aufgrund der Tordifferenz geschlagen geben. Allerdings gewann der VfL am letzten Spieltag mit 12:0 gegen Borussia Dortmund, was den höchsten Sieg in der Geschichte der Fußball-Bundesliga darstellt. Die Meisterschaft wurde einige Wochen zuvor im Spiel 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach entschieden, als dem Kölner Spieler Heinz Flohe in der 83. Minute der Ausgleich zum Endstand von 1:1 gelang. Da Köln am letzten Spieltag beim FC St. Pauli mit 5:0 gewann, konnte der FC einen Vorsprung von 3 Toren (!) ins Ziel retten. Dies ist bis heute, 2006, die engste Meisterschaftsentscheidung.
Der zweite internationale Titel bahnte sich am 9. Mai 1979 an. Das erste Endspiel im UEFA-Pokal, Roter Stern Belgrad gegen Borussia Mönchengladbach, endete 1:1. Die Spieler: Kneib, Ringels, Vogts, Schäffer, Hannes, Wohlers (80. Gores), Kulik, Schäfer, Nielsen (75. Danner), Simonsen, Lienen.
Im Rückspiel am 23. Mai 1979 reichte der Borussia zu Hause ein 1:0 Sieg zum zweiten UEFA-Pokal. Nach dem Spiel warnte Berti Vogts Fans und Funktionäre, sich diesen Pokal gut anzuschauen, es würde für lange Zeit der letzte Mönchengladbacher Titel sein. Bis zum Jahr 1995 sollte Vogts dann, länger als ihm lieb sein mochte, Recht behalten. Die Spieler: Kneib, Ringels, Vogts, Schäffer, Schäfer, Hannes, Kulik (59. Köppel), Wohlers, Simonsen (1), Lienen, Gores.
Die 1980er
Am 7. Mai 1980 stand Borussia Mönchengladbach abermals in einem Endspiel um den UEFA-Cup. Zu Hause gewann man gegen Eintracht Frankfurt mit 3:2. Die Spieler: Kneib, Schäfer, Hannes, Schäffer, Ringels, Matthäus (1 Tor), Kulik (2 Tore), Nielsen (86. Thychosen), Del’Haye (72. Bödecker), Nickel, Lienen. Im Rückspiel, am 21. Mai 1980, gewann Eintracht Frankfurt gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:0 und sicherte sich den Pokal aufgrund der mehr geschossenen Auswärtstore. Die Spieler: Kneib, Fleer, Hannes, Schäfer, Ringels, Bödecker, Matthäus (86. Thychosen), Kulik, Nielsen (68. Del’Haye), Nickel, Lienen.
Das nächste Endspiel um einen Titel folgte dann erst am 31. Mai 1984 (Himmelfahrt). Im Finale um den DFB-Pokal in Frankfurt, spielt der FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach 1:1. Das Spiel endet 7:6 im Elfmeterschießen. Einen, allerdings nicht den, wie so viele glauben, entscheidenden, Elfmeter verschoss Lothar Matthäus, der ab der darauffolgenden Saison beim FC Bayern München spielte. Einen vielversprechenden Sieg, am 27. November 1985 in Düsseldorf schlug Borussia Mönchengladbach Real Madrid mit 5:1, verschenkte die Borussia leichtfertig im Rückspiel (11. Dezember 1985), als man in Madrid mit 4:0 verlor und aus dem UEFA-Pokal ausschied.
Am 22. April 1987 schied die Borussia gegen den schottischen Vertreter Dundee United, durch ein 0:2 auf dem heimischen Bökelberg (nach einem Hinspiel-0:0) im Halbfinale des UEFA-Pokals aus. Es war gleichzeitig Borussias erste Niederlage in einem Europapokal-Spiel, das auf dem Bökelberg ausgetragen wurde.
Die 1990er
Seit langem spielte die Borussia wieder eine gute Pokalsaison. Am 7. April 1992 hielt Torhüter Uwe Kamps im Elfmeterschießen des Pokal-Halbfinales alle vier Elfmeter der Spieler von Bayer Leverkusen und bugsierte Borussia damit ins Finale. Im Finale (23. Mai 1992) gewann dann der damalige Zweitligist Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach nach einem 4:3 im Elfmeterschießen (0:0 nach Verlängerung).
Es folgte der erste Titel seit 1979. Am 24. Juni 1995 gewann Mönchengladbach mit einem 3:0 Sieg gegen den VfL Wolfsburg zum dritten Mal den DFB-Pokal. Das am 5. August 1995 folgende Spiel um den Supercup in Düsseldorf gewann Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:0.
Nach einer schlechten Saison folgte 1999 der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Der VfL stieg als Tabellenletzter in die Zweite Bundesliga ab.
2000 bis heute
Am 1. August 2000 feierte Borussia Mönchengladbach den 100. Jahrestag der Vereinsgründung. Passend dazu folgte am Ende der Saison (20. Mai 2001) der Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga, als Zweiter der Zweiten Bundesliga. Borussia Mönchengladbach schied durch eine 0:1-Niederlage gegen den Zweitligisten Alemannia Aachen im Halbfinale des DFB-Pokals (17. März 2004) aus und verpasste dadurch die Teilnahme am lukrativen UEFA-Cup.
Zehn Tage später (27. März 2004) verstarb Präsident Adalbert Jordan nach schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren. Jordan hatte das Präsidentenamt bei der Borussia seit September 1999 inne, er war wesentlich für die finanzielle und sportliche Sanierung des Vereins verantwortlich. Einen Tag später verstarb der 25-fache Nationalspieler Albert Brülls nach schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren in Neuss. Er bestritt 160 Oberligaspiele für den Verein.
Am 22. Mai 2004 fand das letzte Bundesligaspiel im Bökelbergstadion statt. Borussia besiegte dabei den TSV 1860 München mit 3:1; die Münchner mussten daraufhin absteigen. Das letzte Tor auf dem Bökelberg erzielte Arie van Lent mit einem Kopfball. Fünf Wochen später (30. Juli 2004) folgte die feierliche Eröffnung des neuen Stadions. Der Borussia-Park war gleich ausverkauft (53.148 Zuschauer). Der Borussia gelang in den 45-minütigen Spielen gegen den FC Bayern München und den AS Monaco kein Treffer.
Am 27. Oktober 2004 wurde Holger Fach nach etwas mehr als einem Jahr als Cheftrainer auf Grund des frühen Ausscheidens aus dem DFB-Pokalwettbewerb gegen die Amateure des FC Bayern München und schlechter Spiele in der Liga als Trainer entlassen. Interimstrainer wurde Horst Köppel, bis dahin Trainer von Borussias U 23.
Der Niederländer Dick Advocaat wurde am 2. November 2004 als neuer Trainer vorgestellt. Er unterschrieb einen bis 2007 datierten Vertrag und löste damit nach nur einem Spiel (2:0 Heimsieg gegen Bayern München) Horst Köppel als Trainer ab. Die Borussia wollte mit dem neuen Stadion im Rücken und dem neuen Trainer ihre Ambitionen auf die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb unterstreichen. Doch bereits am 18. April 2005 trat Dick Advocaat als Cheftrainer zurück. Horst Köppel löste ihn als Interimstrainer ab. Drei Tage später (21. April 2005), trat Christian Hochstätter, der 23 Jahre als Spieler und Funktionär im Verein tätig war, als Sportdirektor zurück. In seinen rund 76 Monaten als Sportdirektor hatte er mit Hans Meyer, Ewald Lienen, Holger Fach und Dick Advocaat vier Trainer engagiert. Sein Nachfolger Peter Pander war bis Ende August 2004 Manager beim VfL Wolfsburg und unterzeichnete einen Vertrag über drei Jahre. Interimstrainer Horst Köppel unterzeichnete am 18. Mai 2005 - quasi zu seinem 57. Geburtstag - einen 2-Jahres Vertrag als Cheftrainer. Unter seiner Regie schaffte die Borussia den vorzeitigen Klassenerhalt, verpasste aber aufgrund einer durchwachsenen Rückrunde einen einstelligen Tabellenplatz.
Am 14. Mai 2006 gab der Verein die vorzeitige Trennung von Horst Köppel bekannt, als Nachfolger wurde am 23. Mai 2006 Jupp Heynckes vorgestellt, der den Verein bereits von 1979 bis 1987 trainiert hatte.
Die Fohlen haben derzeit zwei deutsche Nationalspieler in den eigenen Reihen: Marcell Jansen und Oliver Neuville. Beide wurden vom Teamchef der deutschen Nationalmannschaft, Jürgen Klinsmann, in das Aufgebot für die Fußball WM 2006 nominiert. Ebenfalls bei der WM wird Torwart Kasey Keller für des US-Team zu sehen sein.
Der am 27. August 2005 durch Kasper Bögelund erzielte Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 der Borussia gegen den FC Schalke 04 wurde am 22. Januar 2006 zum Tor des Jahres erkoren.
Quelle: [Wikipedia]
